Aus mehreren Gründen möchte ich Ihnen die Freude bekunden, die es mir bereitet, dieses Symposium zu eröffnen.

Die Gelegenheit, unter Ihnen zu sein, ist ohne Zweifel einer der Hauptgründe, die diese Genugtuung begründen. Sie kennen ja den bevorzugten Platz, den meine Frau und ich unseren Freundschaften und unseren Beziehungen zur Universität Potchefstroom einräumen. Sodann ist die Möglichkeit, die Sie mir geben, mich über den Gegenstand einer Forschung zu äußern, die fast mein gesamtes Dasein ausgefüllt hat, ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Grund. Schließlich gehört die Tatsache, mich einzuladen, das Werk, das sich vollzieht, als eine Herausforderung zu betrachten, zu den sichersten Mitteln, mich zur Teilnahme an dieser Begegnung zu bewegen.

Zweifellos kannte Professor Van Jaarsveld meine Antwort bereits, als er mir den Titel dieses Beitrags vorschlug, da er wusste, wie sehr es mir gefällt, die Herausforderung anzunehmen und ihr standzuhalten. Es ist wahr, dass ich mir aus eigenem Antrieb nicht das Recht zugestanden hätte, mich auf einen solchen Schritt einzulassen, sei es auch nur, weil es mir nicht offensichtlich erschien zu denken, dass meine Tätigkeit als eine echte Herausforderung hätte empfunden werden können.

Es ist also eine für mich völlig neue Bewusstmachung, die diese Anfrage hervorgerufen hat, und die Wirkungen, die sie auslösen sollte, waren stark genug, um mich dazu zu bewegen, meine Gedanken zu präzisieren, um einerseits die Gesamtheit meiner Arbeiten in Bezug auf die Psychologie zu verorten.

Sie andererseits in ihrer pädagogischen Dimension zu betrachten und schließlich ihren Status gegenüber dem medizinischen Bereich zu bestimmen. So wurde mir die Chance gegeben, in gewissem Maße den Beitrag zu bewerten, den diese Forschungen in verschiedenen Wissensbereichen hatten bewirken können.

Es ist offensichtlich, dass ich zugleich der am besten Berufene bin, um die verschiedenen Möglichkeiten der Audio-Psycho-Phonologie zu benennen und aufzuzählen, einer Wissenschaft, die ich von Grund auf zu erarbeiten das Glück hatte; aber zweifellos bin ich auch der am wenigsten Geeignete, um über das vollbrachte Werk zu urteilen, da ich selbst zu sehr darin verstrickt bin. Doch mit zunehmendem Alter und mit dem täglichen Fortschritt in einem besseren Verständnis der Mechanismen, die das Psychische bestimmen und die erzielten Ergebnisse unablässig stützen, scheint es mir nun möglich, die Gesamtheit der durchgeführten Arbeiten objektiv zu analysieren. Zweifellos offenbart mir bei dieser Gelegenheit jeder verstreichende Tag das Privileg, das ich habe, älter zu werden. Liegt das sicherste Mittel, das reife Alter zu erreichen, nicht in der Freude, die uns geschenkt wird, in Fülle auf dem vorgezeichneten Weg und in den Grenzen der Zeit voranzuschreiten, die uns zu leben gewährt ist? Dann wird uns die Erkenntnis über alle Dinge zuteil, mit einer umso größeren Großzügigkeit, je mehr wir verfügbar und fähig gewesen sein werden zu empfangen, um alles zu geben.

Die Beschaffenheit der Herausforderung liegt ebenso sehr in der Tatsache, einen neuen, unerwarteten, ungewöhnlichen Impuls einzuführen, der die etablierte Ordnung stört oder zumindest verändert, wie in der Notwendigkeit, die Anstrengung über einen langen Zeitraum aufrechtzuerhalten, in dessen Verlauf sich die Evidenzen herausbilden. Es ist tatsächlich notwendig, dass dieser erste Impuls, ein wahrhaftiger Anstoß, unablässig durch neue Forschungsvorschläge belebt wird, die ihrerseits ständig neu angeregt werden müssen. Das ist das Gesetz. Jede Ausbreitung, die sich fortsetzen will, verlangt, dass die anfängliche Anstrengung ohne Unterbrechung aufrechterhalten wird. Jeder weiß ja, dass das Problem eines Impulses darin besteht, den Dämpfungswirkungen zu widerstehen. Er muss sich in Zeit und Raum ausbreiten, ohne Energieverlust. Man weiß auch — und uns wurde mehrfach die Gelegenheit gegeben, dies festzustellen —, dass jede Abweichung Nebenwirkungen nach sich zieht, die rasch Widerstände hervorrufen, die auf das Wirken der so aufgebauten abweichenden Systeme zurückzuführen sind. Fügen wir hinzu, dass diese sich meist am Ende selbst aufheben, dank der Interferenzwirkungen, die das Inkrafttreten dieser anormalen Mechanismen mit sich bringt.

Man neigt oft dazu, der Herausforderung das Etikett des Kampfes zu verleihen. Es ist wahr, dass das Bild nicht zu stark ist, da es sich in Wirklichkeit um einen ständigen Kampf gegen die Vorurteile der Menschen handelt und da es sich auch um eine unaufhörliche Infragestellung der jeweils geltenden Erkenntnisse handelt, damit man am Ende des Weges, durch Intuitionen und Beobachtungen, eben jenen Ort erreichen kann, an dem alles Wahrheit ist durch die Evidenz. Doch nichts ist so heikel, wie eine Evidenz auszusprechen, da sie sich den Hypothesen entzieht und daher allen Theorien ausweicht. Sie setzt sich von selbst durch, ohne dass irgendein Axiom ihre Realität beeinträchtigen könnte.

Bei genauerer Betrachtung ist es wahr, dass die Audio-Psycho-Phonologie wesentlich und einzig eine Herausforderung ist. Von welcher Seite man sie auch betrachtet, sie erscheint als eine solche. Und es genügt, in ihr Universum einzudringen, um davon überzeugt zu sein.

Sie ist eine Apologie des Zuhörens, des durch die Sprache induzierten Zuhörens. Das Zuhören bildet sich nämlich gleichzeitig heraus, und wenn es Sprache auf der höchsten Ebene gibt, auf der wir sie ansiedeln, so gibt es zwangsläufig auch ihre Antwort: das Zuhören. Denn es würde dem Logos nichts nützen, seine verbalisierte Form anzunehmen, wenn er sich nicht versichern könnte, erfasst zu werden, bis hin zur Inkarnation durch das Zuhören.

Nur der Theologe wird sich angesichts einer solchen Formulierung wohlfühlen, er, dessen Erkenntnis beständig von dem Leitmotiv getragen wird, das Zuhören und Wort parallel setzt. Hingegen begreife ich sehr wohl, dass die Behauptung, die Sprache — betrachtet in ihrer am höchsten entwickelten Form, das heißt auf der Ebene eines wahren Dialogs — sei der Induktor des Zuhörens und damit des Ohrs mit all dem, was es auf der Ebene der kortikalen Organisation darstellt, eine Herausforderung gegenüber den embryogenetischen Konzepten darstellt. Diese sprechen zwar von Induktionen, aber sie suchen sie in den Elementen, die die zerebralen Aktivitäten mobilisieren und die schrittweise Reaktionen auslösen. In diesem Fall verhält sich alles so, als ob sich an bestimmten Stellen elektive Potenzialitäten fokussierten, die fähig wären, die Rolle von „Organisatoren" zu spielen. Doch der Wissenschaftler scheut den Sprung, der ihn zu „dem übergeordneten Induktor", dem Ursprung jeder Induktion, zu führen droht. Seine Rationalität lähmt ihn und zwingt ihn, blind, Schritt für Schritt voranzugehen, während er seine Weitsicht verliert, je weiter sich der Horizont entfernt.

Es ist ebenfalls eine Herausforderung zu behaupten, dass das Zuhören das Ohr dazu führt, das zu werden, was es ist. Und dennoch offenbart uns eine Analyse im Laufe der Zeit, ob es sich um den phylogenetischen Werdegang oder um den ontogenetischen Prozess handelt, dass sich das Ohr organisiert, um Zugang zu jener außergewöhnlichen Funktion zu erlangen, die dem Menschen eigen zu sein scheint und die ihm in Wirklichkeit zugewiesen wird, damit der Logos sich ausdrückt. Doch ein solcher Ansatz erfordert, dass man in Erwägung zieht, die Physiologie des Ohrs neu zu betrachten und dass man akzeptiert, sich damit gegen die üblichen Konzepte zu stellen. Das menschliche Ohr funktioniert nämlich ganz genau umgekehrt zu dem, was man derzeit darüber denkt. Das Hörorgan baut sich über seinen Vorhof (Vestibulum) und unter dem Einfluss der Schnecke (Cochlea) auf, die es dorthin führt, damit das Gehirn jedes Schallphänomen erfassen kann. Eine solche Leistung erfordert nicht nur eine genau definierte Körperhaltung, sondern sie setzt auch voraus, dass der Mensch sich auf das Zuhören einstellt, mit ganz geöffnetem Ohr, das heißt mit dem ganzen Innenohr bereit, in völligen Gehorsam gegenüber dieser wesentlichen Funktion einzutreten, indem es seine mittleren und äußeren Anhänge auffordert, sich dieser Dimension anzupassen.

Mit anderen Worten: Zuhören ist ein Akt von hoher Natur, der zur höchsten Funktion des Gehirns gehört, die berufen ist, das zu integrieren, was der Logos ihm offenbart. Dies erfordert, dass sich eine sekundäre Anpassung organisiert, um dem Ohr zu ermöglichen, diese besondere Fähigkeit zu erwerben. Indem es so zu einem wesentlich aufnehmenden Organ, im aktiven Sinne des Wortes, wird, bereichert es sich um jede Information, zugleich mit dem Vorteil der Myriaden von Stimulationen, die diese Körperhaltung ihm zu sammeln erlaubt.

So sammelt es nicht nur die akustischen Reize, denen sich die bedeutungstragenden Sequenzen zugesellen, die es zu entschlüsseln versteht, sondern auch die Stimulationen, die das vestibuläre Ensemble des Labyrinths koordiniert. Dank der gelenkig-muskulären und knöchernen Antworten, die dieses zu versammeln versteht, kommt ein ganzes Spiel der antigravitatorischen Haltungsstatik und der kinetischen Dynamik der Bewegungen zustande.

Wenn es wahr ist, dass diese neue Konzeption, die das Zuhören zur Hauptfunktion des Ohrs macht, das Interesse des Psychologen entzündet und anfacht, so ist es nicht weniger wahr, dass sie sehr oft auf einen ausgeprägten Widerstand seitens bestimmter Fachgebiete wie der Audiologie und der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde stößt. Seit mehreren Jahrzehnten in theoretische Daten eingeschlossen, die sie in Sackgassen führen, bleiben diese Fachgebiete paradoxerweise taub gegenüber unserem Ansatz. Seit Helmholtz bis hin zu Von Bekesy auf falschen Fährten unterwegs, fährt die auditive Physiologie, obwohl sie sich täglich um zahlreiche bruchstückhafte Erkenntnisse von höchstem Interesse bereichert, in der Tat fort, Probleme ohne Lösung aufzuwerfen.

Nun aber kehrt die Theorie, die wir bezüglich der Funktionsweise des Ohrs vorschlagen, die Polarität dieser Konzepte um, indem sie der Knochenleitung den Vorrang zuschreibt, den sie verdient. Sie erklärt so die Ergebnisse der gegenwärtig auf diesem Gebiet durchgeführten Untersuchungen. Mehr noch, sie rechtfertigt sie, indem sie ihre Zugehörigkeit zu ein und derselben funktionellen Einheit offenbart.

Es ist auch eine Herausforderung, vor Ärzten zu behaupten, dass der Hörapparat sich tatsächlich wie eine dynamogene Zentrale verhält. Aber ist es nicht nur deshalb eine Herausforderung, weil sie noch nicht daran gedacht haben? Die Zoologen hingegen kennen seit langem diese energetisierende Wirkung des Ohrs und wissen genau, dass diese Funktion ein grundlegender Faktor ist. Die Herausforderung liegt in Wirklichkeit in der Notwendigkeit, die Schranken niederzureißen, die zwei Fachgebiete trennen, die einander auf der Ebene des physiologischen Wissens dennoch so nahe sind.

Es ist auch eine Herausforderung, eine Herausforderung an die Linguistik, zu behaupten, dass die Sprache, betrachtet in ihrer höchsten Funktion, derjenigen, die wir als „sprachliche Funktion" (fonction langagière) bezeichnet haben, sich als der Hauptinduktor erweist. Hat der Linguist nicht in der Tat einen seltsamen Hang, das umgekehrte Verhältnis einzuführen? Für ihn ist die Sprache die Frucht des sozio-kulturellen Milieus. Es ist wahr, dass der Mensch berufen ist, die Dinge und die Wesen zu benennen, wie es die Genesis mit so viel Wahrheit und Poesie festhält. Doch die Wortfunktion, die es ihm erlaubt, dieser Einladung zu entsprechen, ist nur die analoge Antwort der sprachlichen Funktion, die ihrerseits durch eine Intentionalität induziert wird, die jedes Begreifen übersteigt. Diese Überschreitung hebt keineswegs den Wert der phänomenologischen Antwort auf und kann uns nur mit Staunen erfüllen.

Auf einer solchen Ebene betrachtet, nimmt die Linguistik einen völlig anderen Aspekt an, und die Sprache verliert ihre Dimension als Werkzeug, um nur noch ein Sekret zu sein, das von einem Körper ausgeschwitzt wird, der von da an zum mehr oder weniger verfeinerten Instrument der sprachlichen Funktion wird.

Es ist auch eine Herausforderung zu behaupten, dass das Ohr ein Kommunikationsrezeptor ist, der nicht nur das Sagen des anderen integriert — was leicht vorstellbar ist —, sondern auch den eigenen Diskurs des Sprechers kontrolliert, dank der Herausbildung einer audio-vokalen Schleife, die das Ohr — und im günstigsten Fall das rechte Ohr — zum Regulator einer flüssig ausgedrückten, in allen ihren Parametern mühelos kontrollierten Sprache macht.

Die Herausforderung setzt sich fort, wenn man behauptet, dass sich durch dieses Spiel der Differenzierung hinsichtlich der bevorzugten Verwendung des einen Ohrs gegenüber dem anderen eine dynamische interhemisphärische Struktur organisiert. Indem unser Vorschlag so die Konzepte der Lateralität, die bis dahin so schlecht verstanden und so fälschlich erarbeitet waren, umwälzt, führt er einen Aufbau ein, der die Mechanismen der beiden Hirnhälften offenbart. Die eine, die linke Hemisphäre, wird die sensomotorischen Funktionen gewährleisten, während die andere, die rechte, sich die Kontrolle über die gute Ausführung dieser Mechanismen aneignen wird. So nimmt der interhemisphärische Dialog eine völlig andere Bedeutung an, sobald man den Hirnhemisphären gleichzeitige und vor allem komplementäre Aktivitäten zuschreibt. Es stellt sich eine doppelte Polarität ein, die es erlaubt, in den Fällen eines hohen Organisationsgrades die Gesamtheit der sensitiven, sensoriellen und motorischen Aktivität des ganzen Körpers im linken Gehirn zu zentralisieren und auf dem rechten Gehirn die ausführende Kontrolle der Gesamtheit dieser Handlungen zu fokussieren.

Wie man sieht, werden die im Allgemeinen über die Lateralität vertretenen Konzepte auf diese Weise weitgehend verändert, wobei die Sprache den Vorrang vor allen anderen Aktivitäten gewinnt, die, obwohl von großem Interesse, im Vergleich zu dieser wesentlichen Funktion relativ untergeordnet sind. Aus unserer Sicht nimmt der Körper eine dreidimensionale Position gegenüber der Wortfunktion ein. Eine Achse stellt die Vertikalität dar, jene Haltung, die für die Herausbildung des verbalisierten Aktes so unentbehrlich ist. Eine zweite Achse gewährleistet die Dimension links-rechts und erlaubt zu messen, ob die audio-vokale Schleife auf der einen oder der anderen Seite dieser Achse dominant ist. Von dieser Regulierung wird das Erlangen dessen abhängen, was wir als die rechte Stimme oder die linke Stimme bezeichnet haben. Schließlich bringt eine dritte Achse die postero-anteriore Dimension. Die wesentlich in Funktion dieser drei Achsen betrachtete Verwendung des Körpers offenbart die Art und Weise, wie die Sprache fließt, und erlaubt es, die Widerstände aufzuspüren, die sich durch Fehlhaltung oder schlechte Koordination äußern.

An der Spitze dieser dynamischen Hierarchisierung, die die Lateralität ist, können wir dann sagen, dass der Mensch zu einem wahren Zustand der Verschmelzung gelangt, dem man den Namen Ambidextrie zuschreiben könnte, um anzuzeigen, dass er auf beiden Seiten geschickt (gewandt) wird, im Gegensatz zum Zustand der Ambilävie (Ambigaucherie), der anzeigt, dass das Subjekt auf beiden Seiten ungeschickt ist.

Ausgehend von diesen verschiedenen Daten konnten wir, als eine neue Herausforderung, behaupten, dass das Ohr — selbstverständlich unter der Herrschaft der sprachlichen Funktion, der es endgültig unterworfen ist — neurologisch am Ursprung des Hervortretens des Nervensystems stand. Am Ende der Forschungen, die wir seit mehr als dreißig Jahren auf diesem Gebiet unternommen haben, konnten wir die Existenz dreier Integratoren nachweisen: des vestibulären oder somatischen Integrators, des visuellen oder räumlichen Integrators und des cochleären oder linguistischen Integrators (siehe Anhangdokument). Diese drei großen neuronalen Netze, die zugleich sensitiv-sensoriell und motorisch sind, werden der sprachlichen Funktion zur Verfügung gestellt, die sich in der gesamten gestischen und Wort-Dynamik unter dem Antrieb der Pyramidenbahnen, der wahrhaftigen Übermittler des willentlichen Aktes, ausdrücken wird.

Diese verschiedenen Herausforderungen, die an die Adresse der Audiologie, der Physiologie, der Neurologie, der Linguistik gerichtet sind, haben uns ganz natürlich zu dem geführt, was man als Psychologie zu bezeichnen pflegt, einer Disziplin, in der, wie es uns schien, Zuhören und Sprache einen bevorzugten Platz einnahmen. Der eingegangene Kampf wurde deshalb keineswegs leichter. Die psychoanalytischen Strömungen kamen mit den technischen und elektronischen Beiträgen, die die Mittel zur Erziehung des Zuhörens und der Sprache darstellten, schlecht zurecht. Im Übrigen verwarf die behavioristische Schule von vornherein die symbolische Realität, die sich auf allen Ebenen durch die familiären affektiven Resonanzen abzeichnete. Was die Psycholinguistik betrifft, so blieb sie hartnäckig feindselig gegenüber den neuen Konzepten, die die sprachliche Funktion zum wesentlichen Induktor des Menschlichen im Menschen machten.

Dennoch haben wir mit der für uns charakteristischen Hartnäckigkeit nach und nach den psychologischen Bereich angegangen, indem wir die Daten einführten, die das Experiment und die Klinik uns zu sammeln erlaubten in Bezug auf die wesentliche Rolle, die das Ohr auf der Ebene der Kommunikation des Wesens mit seiner Umgebung zu spielen berufen ist. Diese Kommunikation wurde ich rasch dazu geführt, in utero anzusiedeln, auf der Ebene der ersten Beziehung, der Beziehung des Fötus zu seiner Mutter. Indem ich damals behauptete, dass die Genese des Zuhörens sich im Laufe des fötalen Lebens einrichtet, warf ich eine neue Herausforderung auf, die zweifellos größte, die mir je zu stellen gegeben war, auch die faszinierendste durch die Fortsetzungen, die sie auf der moralischen Ebene, auf der Ebene der menschlichen Ethik in sich barg.

Schon im embryonalen Zustand äußert sich das Leben in seiner sprachlichen Funktion, denn, das hat man sicherlich verstanden, diese Ausdrucksweise ist die des Lebens selbst, das durch seine Gegenwart das Wesen induziert, das es mit Kraft und Stärke verkörpert. Der Embryo ist ein vollwertiges Wesen, vom ersten Lebensfunken an auf das Zuhören geschaltet. Es ist heute anerkannt zu betrachten, dass der Fötus ab dem vierten einhalbten Monat des intrauterinen Lebens hört, aber es gefällt mir zu behaupten, dass sich die durch die sprachliche Funktion induzierte Zuhörfunktion weit vor diesem Zeitpunkt einrichtet. Sie ist bereits determiniert, ja sogar prädeterminiert. Eine solche Behauptung führt uns dazu zu vertreten, dass es in jedem Akt, der das Leben antastet, eine Euthanasie gibt, sei sie prä-embryonal, embryonal oder fötal.

Diese Einführung in das Leben des Fötus im mütterlichen Schoß sollte mich im Übrigen zu neuen Kühnheiten verleiten, in eine neue Galeere, sollte ich sagen. Die Symbolik Mutter-Vater wurde immer offensichtlicher, und während der Körper seine mütterliche fleischliche Verankerung bekräftigte, nahm das väterliche Bild eine andere Bedeutung an, indem es sich, durch die Semantik, mit dem ersten Samen identifizierte, der von Anfang an am Lebensfunken teilhat.

In dieser, ich gestehe es, gewagten Perspektive nahm das rechte Ohr einen ganz besonderen Sinn an, indem es als Wort-Rezeptor fungierte und sich so die väterliche Symbolik als Vektor in Richtung des sozialen Universums aneignete, während die Mutter sich die Symbolik der linken Seite, der Vergangenheit, der Stimme (und nicht der Sprache) zuschrieb. Meine verschiedenen klinischen Erfahrungen in diesem Universum sollten nicht lange auf sich warten lassen, die Mutter zum Symbol des Soma, der Statik, des Nicht-Voranschreitens und sogar der Flucht zu machen, während der Vater das Symbol der Zukunft, der Lebensdynamik blieb.

Im Zuhören auf den Logos, im Zuhören auf den anderen und auf sich selbst wird das Ohr im Zuhören auf den Körper sein. Ein letzter Höhenflug in diesem Abenteuerroman wird uns erlauben, die Somatisierungen auf der Ebene eines Nicht-Dialogs zwischen dem Wesen, das in jedem Individuum sitzt, und seinem mit seiner Persönlichkeit besetzten Körper zu betrachten. Dort werden wir vielleicht die Ursprünge der Krankheiten finden und ein neues Licht auf die Pathologie erhalten.

Der Körper spielt nämlich, zu allen Zeiten und auf allen Ebenen, eine Rolle der Kompensation gegenüber den psychologischen Abweichungen. Dieses Ventil vermeidet einen Eintritt in die psychiatrische Welt. Lieber mit dem Körper bezahlen als mit der Seele.

Dieser neue Ansatz ist unbestreitbar eine Herausforderung an die Adresse der üblichen Medizin und eine Aufforderung, die bestehenden Strukturen zu verändern, damit die Krankheit und das Leiden eine ganz andere Bedeutung annehmen als die, die ihnen im Allgemeinen zugeschrieben wird. Wir müssen nämlich unsere Haltung ändern, um den Sinn des Leidens mehr zu verstehen als die Gründe seiner Existenz, um seine Ursachen zu vertiefen und eine Lehre herauszuarbeiten, die sich auf eine bis dahin nicht entschlüsselte Sprache bezieht: die der Krankheit.

Aus dieser Sicht wird jede Organkrankheit als die Absorption einer Neurose durch den Körper erscheinen, während die bösartigen Degenerationen Fixierungen von Psychosen zum Ausdruck bringen werden.

Wir rufen hier extreme Fälle hervor, um die Aufmerksamkeit stärker zu treffen, aber wir können unter all diese psychosomatischen Störungen auch die Mittelohrentzündungen, die Anginen, den Schwindel vom Typ Ménière, die psychologischen Schwerhörigkeiten und schließlich die Epilepsien einreihen, wahrhaftige Auto-Elektroschocks, die das Subjekt sich selbst verabreicht, um einem zu prägnanten Schmerz ein Ende zu setzen, der durch eine tiefe Angst hervorgerufen wird.

Erwähnen wir schließlich die Allergien, die in somatischer Sprache das Sagen des Körpers zum Ausdruck bringen, nicht durch das Leiden, sondern durch eine zu große Resonanz, die die Kommunikation akut macht, in einer schlecht erlebten, in Wirklichkeit zu sehr empfundenen Beziehungsdynamik, wie das Asthma, das Ekzem usw.

Nun ist es gut, dass wir hier innehalten, damit ich Ihnen endlich, nach dieser Abfolge von Herausforderungen, die, das werden Sie bemerkt haben, zu ein und demselben Bereich gehören, bedeuten kann, was die Audio-Psycho-Phonologie für mich darstellt.

Was ist also die Audio-Psycho-Phonologie?

Wie man weiß, ist der Begriff „Audio-Psycho-Phonologie" ein Neologismus. Er wurde stückweise und in Etappen gebildet. Der otologische Chirurg, der ich war, wurde nämlich mit der Zeit zum Forschungs-Audiologen. Dann, während ich dazu geführt wurde, mich mit Berufsstimmen zu befassen — insbesondere mit den Sängern —, tauchte der Begriff „Phono" auf und strukturierte sich in der Form von „Phonologie", als ich das Untersuchungsfeld auf die Sprache selbst ausdehnte. So nahm die Audio-Phonologie Gestalt an und begann ihren Aufschwung.

Doch während mein chirurgisches Skalpell stumpf wurde und die Medizin mir ihr Unverständnis angesichts des eigentlichen Sinns der Krankheit offenbarte, wurde ich dazu geführt, den Organiker, der ich war, in eine bis dahin für mich unbekannte Dimension zu ziehen, jene, die sich mit der Seele befasst. Ich näherte mich ihr ohne universitäre Konditionierung. Ich stellte mich ihrer immanenten Präsenz und ihrer ungreifbaren Materialität. Ich entdeckte sie überall, in jeder Person, in jedem Individuum, vibrierend und resonierend mit mehr oder weniger großer Kraft.

Eine, wenn ich so sagen darf, objektive Beobachtung der Seelenzustände bot mir so umso schneller ihre reiche Vielfalt, als ihr Eingreifen zugleich im Hören (audition), das sich in Zuhören (écoute) verwandeln sollte, und in der Sprache, die ihre wahren Dimensionen enthüllte, offensichtlich wurde. Diese sollten sich rasch zeigen, indem sie die tiefen Akzente des Wesens zum Ausdruck brachten und nicht das verbalisierte Gewirr eines aufgesetzten Diskurses, der durch die sozio-kulturellen Zwänge auferlegt wird, durch die jedes Individuum lernt, seine Maske zu formen.

So hielt ich es für gut und notwendig, den grafischen Bindestrich, der die beiden Begriffe „Audio" und „Phonologie" verband, durch die substanzielle Realität zu ersetzen, die die Hinzufügung „Psyche" darstellen konnte. Von da an nahm die Audio-Psycho-Phonologie Gestalt an, nach Art eines Nebels, der sich allmählich verdichtet, bevor er zu einer wahrhaftigen Entität wird. Ein Zustand der Überschmelzung (Surfusion) vollzog sich in mir selbst auf fortschreitende Weise und löste zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Kristallisationsprozess aus, der mir erlaubte, die Verschränkungen dieses Ansatzes auf verschiedenen Ebenen und in vielfältigen Bereichen aufzuspüren.

Man kann sich natürlich fragen, ob die Audio-Psycho-Phonologie eine Wissenschaft ist oder ob sie in eine Philosophie mündet. Wenn sie eine Wissenschaft ist, wird sie sich der Zugehörigkeit zum Bereich der Physik durch ihren Zugang zu den akustischen Phänomenen rühmen müssen? Oder wird sie wesentlich der Physiologie verbunden bleiben durch die auditive Wahrnehmung und durch die neurologischen Konsequenzen, die daraus folgen? Man kann sich auch fragen, ob sie sich nicht, zu Recht, auf die Linguistik hin orientiert, indem sie in ihren verschiedenen Registern mit den verschiedenen Elementen des Diskurses spielt, von der Analyse der Stimmqualität bis zu den semiologischen Resonanzen.

In Wirklichkeit ist sie mehr als all das. Sie zielt darauf ab, die Normen einer Lebenskunst wiederherzustellen. Eben darin fügt sie sich in den Rahmen der Psychologie selbst ein, bis sie mit ihr verschmilzt, sofern man sich entschließt, dieser ihren wahren Status zu geben, ihr Untersuchungsfeld zu definieren und ihre Grenzen zu revidieren. Auf dieser Ebene möchte ich präzisieren, was die Psychologie für mich darstellt und was ich als die Rolle des Psychologen in unserer heutigen Gesellschaft betrachte, damit wir uns, in letzter Analyse, auf festem Boden wiederfinden können.

Im Augenblick, so scheint mir, entwickelt sich der Status des Psychologen auf einem schwankenden, verunsichernden Terrain, mit ungewissen Grenzen, mit unbeständigen Strukturen. Ist es nicht wahr, dass die Psychologie seit einigen Jahrzehnten auf gewundenen, ausweglosen, zumindest gefährlichen Wegen umherirrt? Und je mehr sie sich zu bereichern vorgibt, desto mehr versinkt sie. Denn sie befindet sich auf dunklen, beliebig komplizierten Wegen, deren unterirdische Fortsetzungen die Grundlagen der menschlichen Moral selbst angreifen, die sie am Ende untergraben, bis sie sie zerstören. Überdies droht die Abhängigkeit, die die Psychologie gegenüber der Medizin und insbesondere der Psychiatrie zu empfinden scheint, sie ihre Identität verlieren zu lassen. Sie kann den Psychiatern gewiss einen Dienst erweisen, aber sie ist deshalb noch keine Spezialität, die von der medizinischen Kaste ausgeht. Dass es Ärzte gegeben hat, die sich für die Psychologie interessiert haben, ist eine Tatsache, aber die Psychologie darf deshalb nicht zu ihrem Lehen werden.

Es käme niemandem in den Sinn zu formulieren, dass die Psychologie sich an die Physik anschließt unter dem Vorwand, dass Wundt, Helmholtz und Flechner sich in Forschungen eingelassen haben, die sie betreffen. Sie ist und muss unabhängig bleiben. Jeder kann sich ihr widmen, indem er sein Erworbenes, seine Geisteshaltung, seine Erlerntes einbringt, ohne deshalb den Status und die Dynamik dieser Disziplin zu verändern.

Die Psychologie muss bleiben, was sie ist: die Lehre von der Seele, das heißt die Lehre von jener jedem Wesen eigenen Ausstrahlung, die in jedem Individuum unter der Schale seiner Person vibriert.

Was die Analyse der Seele betrifft, so ist sie nicht durchzuführen oder muss jedenfalls unter einem anderen Aspekt betrachtet werden als jenem, der gegenwärtig die psychoanalytischen Vorgehensweisen charakterisiert. Die Windungen eines Unbewussten, das sich schwer von selbst auszudrücken vermag, müssen unter die phantasmatischen Abenteuer des Individuums eingereiht werden, die weniger reich und weniger poetisch sind, das ist wahr, als die jahrtausendealten Legenden, in denen Mythen und Mythologie ihre Quellen finden.

Hingegen bleibt die Aufdeckung der dazwischengeschalteten Schirme, die das darunterliegende Wesen verbergen, die Hauptarbeit des Psychologen. Die Entdeckung dessen, was man die Seelenzustände nennt, ist der eigentliche Beweis für die Gegenwart dieser Schirme, die die Lichter des Bewusstseins daran hindern, sich zu zeigen. Und wenn es wahr ist, dass die Seele verändert oder getönt werden kann, so bleibt doch, dass das Wesen an sich, das sie bedeckt, per Definition, dem Wesen nach, absolut klar ist.

Die Arbeit des Psychologen besteht darin, diese Veränderungen aufzuspüren, die zur Schaffung einer falschen, schmerzhaft strukturierten, sich in seiner Haut nicht wohlfühlenden Person beitragen. Dem Psychologen obliegt die Pflicht, die bis dahin erstickten oder noch nie genutzten darunterliegenden Potenzialitäten des Wesens wieder in Aktivität zu setzen.

Wenn der gegenwärtige, sagen wir diagnostische Ansatz in Sachen Psychologie ausgezeichnet ist, dank des immensen Beitrags, den die seit Anfang des Jahrhunderts durchgeführten Forschungen bilden, so bleibt es nicht weniger wahr, dass die kurativen Lösungen nicht denselben Fortschritt verfolgt haben. Man neigt heute zu sehr dazu, die Elemente der Diagnose mit denen der Therapie zu verwechseln. Als ob man behaupten würde, einen Diabetes zu heilen, indem man dreimal pro Woche einen Blutzuckerwert oder eine Glukosurie misst, ja sogar beides zugleich.

Auf dieser Ebene nimmt die Audio-Psycho-Phonologie ihre ganze Dimension an. Sie bietet zahlreiche und wirksame Mittel, um die Seele von ihren Fesseln zu befreien. Zunächst bringt sie ein wichtiges diagnostisches Element durch die Einführung des Zuhörtests (test d’écoute). Dieser offenbart uns nicht nur, wie das Subjekt hört, sondern wie es zuzuhören wünscht. Es ist der Entwicklungsgrad dieser Fähigkeit, der uns den Schlüssel zum Grad der Einfügung des Menschlichen geben wird, das das Individuum bewohnt, und der die gesamte spätere therapeutische Aktion ausrichten wird.

Sodann stellt die Audio-Psycho-Phonologie dem Psychologen Mittel zur Verfügung, die wir wirklich als von größter Bedeutung betrachten können. Um dies zu erreichen, bedient sie sich der Elektronik. Und warum nicht? Manche scheuen davor zurück, andere finden darin einen Reiz. Selbstverständlich liegt die Realität in einem gerechten Mittelmaß, das nichtsdestoweniger den Aspekt einer neuen Herausforderung annimmt.

Es ist nämlich dank der Elektronik, dass es mir möglich war, das zu verwirklichen, was man in Sachen Forschung „Simulatoren" nennt, das heißt Anordnungen, die fähig sind, nach Art von… zu funktionieren. Und während ich mich bemühte, die Untersuchung der Mechanismen des Hörens (audition) zu vertiefen, orientierte ich mich auf die Verwirklichung eines „Modells". Dieses ist nichts anderes als ein elektronischer Komplex, der nicht mehr nach Art von… funktioniert, sondern wie das Ohr selbst.

Unser „Modell" hat mit der Zeit, das versteht sich, Veränderungen erfahren, in dem Maße, wie die Elektronik in ihren Leistungen fortschritt, aber es sollte im Laufe der Jahre die Bezeichnung „Elektronisches Ohr" beibehalten. Dieses „Modell" scheint nicht nur den Gesetzen zu gehorchen, die die Mechanismen des Ohrs bestimmen, sondern es hat auch die Macht, jedes menschliche Ohr, das aus verschiedenen Gründen nicht zur Erfüllung seiner Zuhörfunktion gelangt ist, zu einer guten Funktionsweise hinzuführen. Es wird von da an ein wahrhaftiger Erzieher des Labyrinths, indem es diesem zugleich seine vestibulären Fähigkeiten und seine cochleären Wahrnehmungsdimensionen gibt.

Wie man sieht, erweitert die Audio-Psycho-Phonologie so das dem Psychologen eigene Aktionsfeld. Sie erlaubt ihm, seine Wirkung zu verstärken und seinen Eingriff aufzuwerten. Die Rolle des Psychologen besteht fortan darin, die Behandlung, die er verabreicht, zu führen, unter Berücksichtigung der Etappen, die zu durchschreiten sind. Auf der Ebene der Seele geht er dann so vor, wie es der Geburtshelfer tut, um die Dystokien zu vermeiden.

Der Leitfaden der Behandlung unter dem Elektronischen Ohr ist an die Zuhörfunktion gehängt, eine grundlegende, ontogenetische und jede Kommunikation induzierende Funktion. Sie weckt im werdenden Wesen den Entwurf des ersten Begehrens, jenes, dem Leben anzuhängen, jenem Leben, das ihm die Mutter in ihrer Schwangerschaft bietet. Aus dieser anfänglichen Begegnung, die unsere Forschungen mit so viel Glück zu erkunden erlaubt haben, wird sich die gesamte Genese der Beziehung einrichten, mit der Mutter, dann dem Vater und schließlich mit der sozio-kulturellen Umgebung, die bereits in die elterliche Dynamik eingeschrieben ist.

Dank der Behandlung, die es dem Subjekt erlaubt, den ontogenetischen Werdegang ausgehend vom intrauterinen Hören (audition) der mütterlichen Stimme wieder zu erleben, kann der Psychologe der Empfindung dann ihre Dimension der Wahrnehmung geben und, was noch besser ist, der willentlichen Wahrnehmung.

Man sieht, in welchem Maße die Rolle des Psychologen so verwandelt wird. Zum Pädagogen des Zuhörens geworden, wird er der Führer sein, der dem, der ihm anvertraut ist, den Weg zeigt, indem er ihm die Schirme offenbart und beseitigt, die seinen Horizont verdunkeln. Er wird ihm so die Möglichkeit geben, die Hindernisse, die das Dasein ihm vorbehält, vollständig zu bewältigen.

Heißt das, unter dem Blickwinkel einer neuen Behauptung, dass wir aus dem Psychologen einen Audio-Psycho-Phonologen machen? Mir scheint, dass es nicht anders sein kann. Es erscheint mir ebenso, mit immer mehr Gewissheit, dass man keinen Zugang zur Audio-Psycho-Phonologie erlangen kann, ohne Psychologe zu sein.

Doch muss man noch präzisieren, was „Psychologe" bedeuten will. Psychologe zu sein, heißt vor allem, den anderen zu lieben, im Zuhören auf seine Seele zu sein, bis man in ihr den Hauch des Geistes vibrieren fühlt, der sich ausdrücken will; es heißt, mit einer intrinsischen Qualität ausgestattet zu sein, die einem Zustand der Gnade nahekommt. Ohne das ist man kein Psychologe, selbst wenn man die schönsten Universitätsdiplome in der Tasche hat. Es gibt keine Psychologie ohne diese Intelligenz des Herzens, und man wird sie ebenso beim professionellen Psychologen wie beim Arzt, beim Linguisten, beim Musiker, beim Pädagogen oder beim Erzieher antreffen können.

So kann man behaupten, dass jeder Psychologe, im weiten Sinne des Wortes, auf den wir uns soeben bezogen haben, per Definition, dem Wesen nach, ein Audio-Psycho-Phonologe ist. Die beiden Universen haften aneinander mit einer solchen Kraft, in allen Punkten und an allen Orten, dass es sich als sehr schwierig, ja unmöglich erweist, sie zu trennen.

Aber wenn diese Verschmelzung mit der Zeit immer offensichtlicher wird, so begreift man dennoch, dass all dies nicht an einem einzigen Tag geschehen ist. In jeder Forschung muss man zu warten verstehen. Leider sind diejenigen selten, die eine solche Geduld beweisen können, bevor sie die Gewissheit der Evidenz erlangen. Viele haben sich der Audio-Psycho-Phonologie bemächtigt, um nach ihrem Gutdünken und auch auf ihrem Niveau des Unverständnisses über sie zu verfügen. Sie hielten es für gut zu innovieren, während es genügte, sich von den Fakten ergreifen zu lassen, um weiter gehen zu können. Sie hielten es für gut, die Audio-Psycho-Phonologie an ihre Bedürfnisse anzupassen, während es doch angebracht war, sich gewissen solide strukturierten Gesetzen anzupassen, um die Anpassung zu entdecken.

Aber glücklicherweise ist der Weg offen, und manche, die sich auf ihn begeben, verdienen weithin den Titel des Audio-Psycho-Phonologen. Zweifellos gehört die Universität Potchefstroom, eben jene, die mich heute einlädt, mich zu äußern, zu denen, die so kraftvoll dazu beigetragen haben, in mir den Begriff der Einheit hervortreten zu lassen, die zwischen der Audio-Psycho-Phonologie und der Psychologie besteht. Durch ihr geduldiges Warten, durch ihre lange Beobachtung, durch ihre umsichtige Anwendung hat das Team von Potchefstroom im Laufe der Jahre gezeigt, dass es dem vorgezeichneten Weg mit Geradlinigkeit zu folgen wusste.

Es gibt keine andere Befolgung als den Gehorsam gegenüber Gesetzen, gegenüber Regeln, die sich allen Axiomatiken entziehen, die aus intellektuellen Zwängen heraus erarbeitet wurden. Es geht in Wirklichkeit darum, zu gehorchen, oder, was auf dasselbe hinausläuft, sich in das Zuhören auf die grundlegenden Gesetze zu begeben, die das Menschliche im Menschen bestimmen, das heißt eben jene, die es dem in jedem von uns vibrierenden und lebenden Wesen erlauben, sich zu zeigen. Dieses Wesen wird so in völliger Freiheit handeln können. Es wird ungehindert ausstrahlen können, ohne dass sich Färbungen oder Verzerrungen dazwischenschalten, die wie Filter wirken, die bestimmt sind, die Realität zu verändern.

In der Tat drückt sich nur die Schöpfung durch die sprachliche Macht ihres Schöpfers aus. Der Mensch wird nur das ausdrücken können, was sich ihm zeigt, und sein Wort wird umso getreuer das hervorrufen, was der Logos ihm diktiert, je weniger eine existenzielle Dazwischenkunft seinen verbalisierten Ausdruck tönen wird. Auf dieser Ebene, und nur auf dieser, wird sein Ausdruck der eines wahren Dialogs sein, aus dem die Evokationen der Symbole hervorbrechen werden, synchron markiert durch eine analoge Sprache, die parallel in Parabeln ausgesprochen wird. Jeder andere Diskurs, eine Art mehr oder weniger hypnotischer Konditionierung, wird sich in eine Dialektik niedrigen Niveaus einlassen, ohne Anhaftung an die Realität.

Gewiss drücken sich die Höhenflüge, in die ich Sie absichtlich hineingezogen habe, um Ihnen die Wichtigkeit und die Tiefe des Themas zu zeigen, das wir soeben angegangen haben, durch greifbarere, prosaischere Ergebnisse aus, die den Alltag betreffen, die Probleme eines jeden Tages, von der einfachen schulischen Schwierigkeit bis zur tiefen Störung des Lebenswillens. Diese Ergebnisse werden Gegenstand verschiedener Mitteilungen sein, und ich überlasse es den Rednern, die an diesem Symposium teilnehmen, Sie durch Zahlen zu pragmatischeren Begriffen zurückzuführen.

Heißt das deshalb, dass alles gefunden wurde und dass es nichts mehr zu suchen gibt? Weit ist mein Denken davon entfernt. Es erweist sich, dass ich mit Realitäten in Kontakt getreten bin, die mir ein weites experimentelles Feld eröffnet haben, in das ich mich vorbehaltlos eingelassen habe. Aber ich bleibe überzeugt, dass man nun die Nachfolge sichern und solide Teams bilden muss, um diesen immensen Bereich zu erkunden. Es werden gewiss Generationen von Forschern nötig sein, um all seine Ressourcen zu entdecken. Wenn man einen neuen Kontinent betritt, kennt man seine inneren und unterirdischen Reichtümer nicht. Das Ganze besteht darin, sicher zu sein, dass man sich wirklich auf festem Boden befindet.

Doch eben um dem Begriff der Herausforderung und der sich fortsetzenden Herausforderung gerecht zu werden, habe ich das Problem in seiner wahren Dimension genommen, im Übrigen überzeugt, dass der Vorschlag, der mir, wie ich vorhin sagte, von unserem Freund Professor Van Jaarsveld gemacht wurde, gewiss eine andere Resonanz in der Tiefe hatte, eben jene, die ganz Südafrika betrifft. Denn wer könnte besser als ein Südafrikaner verstehen, was die Herausforderung ist?

Sein Dasein, sein Engagement, sein Glaube, seine Hoffnung auf eine Realität, die sich dem Absoluten nähert, zeugen davon. Gewiss ist es leicht, in einen positiven Schritt auf der Suche nach dem Leben subtil Vorwürfe einzuführen. Aber es ist dem menschlichen Geist eigen, das, was vom Wesen abhängt, der Lächerlichkeit preiszugeben. Seit Jahrtausenden ist es so, und das biblische „qadoch", das das einzigartige, das außergewöhnliche Wesen, den Heiligen gewissermaßen bezeichnen will, ruft es nicht zugleich das Bild des „Narren" hervor? Die Daten der täglichen Praxis, so wohltuend in ihrer Lehre, werden mich gelehrt haben, dass uns jede positive Idee vom Absoluten unentgeltlich gegeben wird, mit einer Großzügigkeit, die unser Begreifen übersteigt, während die negativen Konzepte nie anders keimen als auf dem Nährboden veränderter Psychen.

Da bin ich nun am Ende des Weges nach diesem langen Vortrag angelangt und ergreife die Gelegenheit, Ihnen zunächst herzlich für den so freundlichen Empfang zu danken, den Sie meiner Frau und mir anlässlich dieses Symposiums bereitet haben, und Ihnen sodann meine Dankbarkeit zu bekunden, dass Sie es mir erlaubt haben, mir selbst gegenüber eine neue Herausforderung anzunehmen, jene, mich vor Ihnen auf Englisch ausgedrückt zu haben. Vielleicht wird es das nächste Mal auf Afrikaans sein.

Anhang

Die drei Integratoren

Das gesamte Nervensystem ist eng mit dem Hörapparat durch ein ganzes funktionelles Netz verbunden, das hauptsächlich drei große sensitiv-sensorielle und motorische Bahnen umfasst, die wir im Laufe unserer Forschungen über das Ohr zu entdecken berufen waren und die wir „Integratoren" genannt haben.

Man kann unterscheiden:

  • Der vestibuläre (oder somatische) Integrator
  • Der visuelle (oder räumliche) Integrator
  • Der cochleäre (oder linguistische) Integrator

Der vestibuläre Integrator

Die Phylogenese und die Ontogenese laden uns dazu ein zu betrachten, dass das als sensorielles Organ aufgefasste Ohr in Wirklichkeit nur das äußere Attribut des primitiven Gehirns ist. Dieses ist nämlich nichts anderes als die Gesamtheit der vestibulären Kerne, die im bulbo-protuberanziellen Teil der Nervenachse liegen.

Dieses Attribut wird durch seinen vestibulären Teil zum Organisator der statischen und dynamischen Beziehung des Wesens mit seiner Umgebung. Dieser gewährleistet die notwendige Stimulation, die es diesem primitiven Gehirn erlaubt, mit so vielen „Bits" bombardiert zu werden, wie nötig sind, um die optimale Potenzialität jeder Art zu sichern.

Mit anderen Worten: Jedes Labyrinth verhält sich wie eine wahrhaftige dynamogene Zentrale und gewährleistet durch seine Präsenz die für das gesamte Nervensystem notwendige Energetisierung.

Dieses primitive Gehirn, ausgestattet mit seinem labyrinthischen Anhang, wird vom embryonalen und fötalen Leben an die Einrichtung des gesamten Nervensystems induzieren. Dieser ontogenetische Aspekt, den der phylogenetische Werdegang leicht zu profilieren erlaubt, hat uns rasch und ganz natürlich, kann ich sagen, in das Universum des intrauterinen Zuhörens (écoute intra-utérine) eingeführt.

Indem wir die Gewissheit einer vor der Geburt bestehenden auditiven Wahrnehmung erlangten, konnten wir so vielfältige Fortsetzungen therapeutischer Art in Betracht ziehen.

Die Einrichtung des vestibulären Netzes erlaubt es, eine Beziehung mit dem Milieu zu begründen, dank einer Aufblühen direkter und gekreuzter vestibulo-spinaler efferenter Fasern und, bei der Hinzufügung des Archäo- und Paläo-Zerebellums, afferenter Fasern von Fleschig und Gowers. Diese neuen zerebellären Formationen, Anhänge des primitiven vestibulären Gehirns, sind mit diesem durch die vestibulo-zerebellären Fasern verbunden, die sich rückwirkend durch das tekto-vestibuläre Bündel projizieren, das vom zerebellären Dach ausgeht.

Das Ganze vervollständigt sich durch die Hinzufügung zweier sekundärer Gehirne, also weniger archaisch als die vestibulären Kerne, nämlich der bulbären Olive und des zentralen Teils des roten Kerns, einschließlich selbstverständlich ihrer olivo-spinalen und rubro-spinalen Bündel. Dieses Ganze bildet eine Totalität, die wir „somatisch-vestibulären Integrator" genannt haben. Es bildet für sich allein den Apparat, der es dem Entwurf des Körperbildes erlaubt, sich zu festigen, während er zugleich auf wirksame, operationelle Weise die Statik und die Dynamik der Bewegung gewährleistet, das heißt die Kinetik, im umgebenden Milieu, sei es uterin oder beziehe es sich auf die postnatale Außenwelt. Man sieht, wie dieses Ganze das körperliche Instrument vorbereitet, das später der Sprache zugewiesen werden wird.

Der visuelle Integrator

Eine beachtliche Hinzufügung wird diejenige sein, die wir „visuellen Integrator" genannt haben und die für eine Zeit, den Raum einiger Millionen Jahre — so wenig, in Wirklichkeit angesichts der Ewigkeit —, sich des vestibulären Integrators bemächtigt und ihn abhängig macht. So wird das Tier visuell geführt umherwandern. Doch das Labyrinth korrigiert anschließend diese Situation und wird wieder vorherrschend, indem es den bis dahin dominierenden visuellen Analysator zwingt, sich in seinen Dienst zu stellen. Vom Auftreten der Säugetiere an macht sich das labyrinthische Eingreifen, das embryologisch gesehen bereits wirkend und organisierend ist, bemerkbar. Und die Regulierungsbefehle vollziehen sich zugleich auf der Ebene der vorderen Wurzeln des Rückenmarks und auf der bulbo-protuberanziellen Ebene durch die vestibulo-mesenzephalen Bündel, die von diesem Augenblick an die motorischen Kerne der VI., IV. und III. Hirnnervenpaare befehligen, die Ursprünge der motorischen Nerven des Auges. Dieser letzte Erwerb geht mit einer wachsenden Beweglichkeit der Augäpfel einher, bis hin zur Einrichtung des binokularen Sehens bei den Anthropoiden. Diese Etappe ist die Frucht einer kraftvollen labyrinthisch-vestibulären Wirkung auf den visuellen Integrator. Das Körperbild, bereits entworfen und dadurch weithin verstärkt, wird es dem Wesen nicht nur erlauben, sich in der umgebenden Umwelt zu verorten, sondern auch diese zu erfassen.

Der cochleäre Integrator

Schließlich, in einer letzten Etappe, die nicht einer Evolution entspricht, sondern der Verwirklichung einer induzierenden Struktur hohen Niveaus — und es ist an die sprachliche Funktion selbst, dass wir denken —, sieht sich das vestibuläre Labyrinth (das heißt der Utriculus mit den Bogengängen und der Sacculus), das wie ein das Gleichgewicht regelnder Gyroskop wirkt, die Cochlea zugewiesen, ein wahrhaftiger Sextant, der ihm eine bestimmte Position auferlegen wird, um seine Wirksamkeit zu steigern und dadurch die Vertikalität zu erwerben. Diese macht aus dem Menschen eine Antenne — eine neurologische Antenne —, die fähig ist, das, was die sprachliche Funktion ihr offenbart, analog in Wortfunktion zu übersetzen. Um dies zu tun, ist die Vertikalität notwendig, damit der Körper zum sensomotorischen Behältnis des verbalisierten Ausdrucks wird. Damit das Wort sich inkarniert, ist es notwendig und unentbehrlich, dass die Sprache auf motorische und sensorielle Weise integriert wird. Es ist der ganze Körper, der spricht. Aber es ist auch er, der sich durchtränkt, der sich durchdringt, der memoriert. Das Gedächtnis ist das Ergebnis einer psycho-sensomotorischen Induktion.

Durch ihr Auftreten in der Organisation — im embryologischen Sinne des Wortes — bestimmt die Cochlea die zerebrale Ampliation. Die extrapyramidalen Areale werden beträchtlich und werden auf das Kleinhirn ausgefeiltere motorische Gegenreaktionen projizieren, durch die temporo-ponto-zerebellären, fronto-ponto-zerebellären, parieto-ponto-zerebellären Bündel und durch ihre zerebello-dentato-rubro-thalamo-kortikale Rückkehr mit den sensoriellen Gegenreaktionen durch die spino-thalamischen Bündel und die Bündel von Goll und Burdach. Wir befinden uns so in Gegenwart dessen, was wir „den cochleären Integrator" genannt haben.

Durch diesen letzteren ist das Gehirn vollständig mit dem Kleinhirn verbunden, das uns so expliziter seine Rolle als Ort der Relaisstation offenbart, eine wahrhaftige Verbindungsdose, die es dem Labyrinth erlaubt, die Gesamtheit der somatischen Antworten zu sammeln, die direkt projiziert oder zuvor kortikalisiert wurden. So, um die Gesamtheit dieser Informationen bereichert, wird das Labyrinth die gesamte Statik und die spontane oder ihm durch die Entscheidung des willentlichen Aktes auf dem Weg der Pyramidenbahnen auferlegte körperliche Gestik kybernetisch koordinieren und regeln können.

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Quelle: Alfred A. Tomatis, „Le défi de l’audio-psycho-phonologie", Eröffnungsvortrag des Symposiums für Audio-Psycho-Phonologie, Christliche Universität Potchefstroom (Südafrika). Transkription nach dem Faksimile (digitale Restaurierung Francis Besson, 2012).