Hommage an Dr. Alfred A. Tomatis (1920-2001)
Von Billie M. Thompson, Ph.D., RCTC, Präsidentin der IARCTC. Veröffentlicht in „Ricochet", Mai 2004.
Dr. Alfred A. Tomatis (1920–2001) widmete die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts der Entwicklung der Methode der Klangstimulation und Beratung, die seinen Namen trägt. Als französischer Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Philosoph, Autor, Psychologe, Pädagoge und Erfinder war er weltweit für die große Vielfalt der Anwendungen seiner Methode bekannt.
Als Unternehmer schuf er das Elektronische Ohr — ein Gerät, das in mehreren Ländern zahlreiche Patente erhielt und den Grundstein seiner Methode bildet.
Dr. Tomatis erntete sowohl Kontroversen als auch Anerkennung: Kontroversen, weil er gängige Überzeugungen in Frage stellte und mitunter herausforderte; Anerkennung, weil seine Methode erwünschte Veränderungen im Leben der Menschen erleichterte. Er lud uns ein, anders über das menschliche Potenzial zu denken — und darüber, dass das Zuhören die grundlegendste unserer Fähigkeiten ist.
Tomatis-Effekt
Diese Frage entwickelte sich zu einer Theorie, die unter dem Namen Tomatis-Effekt bekannt ist und der zwei Korollare hinzugefügt wurden, als das Elektronische Ohr Gestalt annahm und bei Sängern angewendet wurde. Der Tomatis-Effekt ist das Fundament der Tomatis-Methode.
Erstes Gesetz: Die Stimme enthält nur die Obertöne, die das Ohr zu hören vermag.
Zweites Gesetz: Gibt man dem Ohr die Möglichkeit, verzerrte, schlecht wahrgenommene Klangfrequenzen richtig zu hören, so werden diese sofort und unbewusst in der Stimme wiederhergestellt.
Wissenschaftliche Bestätigung
Der Tomatis-Effekt wurde unabhängig von Tomatis wissenschaftlich bestätigt. Forschungen an der Sorbonne sowie durch andere Institutionen haben die grundlegenden Prinzipien des Tomatis-Effekts bestätigt.
Zu den Patienten von Dr. Tomatis zählten berühmte Künstler: Maria Callas, Romy Schneider, der Maler Hans Hartung oder Gérard Depardieu. Er veröffentlichte rund fünfzehn Bücher über die Zusammenhänge zwischen Ohr und Stimme, und seine Methode wird in mehr als 600 Einrichtungen weltweit angewendet.
Quelle: Billie M. Thompson, Ph.D., RCTC, „Tribute from Members of IARCTC to Dr. Alfred A. Tomatis (1920–2001)", Ricochet, International Journal of Tomatis Method Research, Vol. 1, No. 1, Mai 2004.