Gérard Depardieu — zwei Besuche bei Tomatis
Öffentliches Zeugnis — Audio-Interview (Archiv)
Dokumentarisches Zeugnis. Audio-Interview (3 Min. 41), vermutlich aus der Zeit der Vorbereitung von Peter Weirs „Green Card" (1990 erschienen) — Originaldatum und Sender noch zu bestätigen. Transkript anhand der Aufnahme erstellt, leicht korrigiert.
In diesem Interview berichtet Gérard Depardieu, Alfred Tomatis zu zwei Zeitpunkten seines Lebens aufgesucht zu haben, im Abstand von zwanzig Jahren.
Der Jugendliche, der nicht mehr sprechen konnte
Der erste Besuch geht auf seine Jugend zurück — er selbst sagt, er sei fünfzehn gewesen (der Interviewer spricht von siebzehn). Als junger Schauspieler steckt er in einer Sackgasse:
„Ich war am Theater, ich hatte eine Blockade, ich konnte nicht sprechen. Das heißt, ich hörte zu viel, ich konnte nichts mehr hervorbringen. Da hat er mich mit Klängen umerzogen. Er hat die Pegel des Ohres eingestellt, er hat dafür gesorgt, dass die Aggression des Hörens die Stimmgebung nicht mehr verhindert."
Er erinnert sich daran als an eine grundlegende Arbeit: ein entwickeltes Gedächtnis und vor allem „die rasche Öffnung zum Theater" und zur Sprache — „das, was mir am meisten bedeutete".
Zwanzig Jahre später: eine Rolle auf Englisch vorbereiten
Kurz vor den Dreharbeiten zu einem amerikanischen Film findet sich Depardieu, wie er sagt, „in derselben Lage wie zwanzig Jahre zuvor": Vor dem Englischen stammelt er. Also geht er erneut zu Tomatis, der ihn an den amerikanischen Klängen arbeiten lässt — nach dem ihm teuren Prinzip des fötalen Hörens:
„Der Fötus beginnt im vierten Monat, die Klänge der Stimme seiner Mutter zu hören. Er hat mich hören lassen, was der Fötus hört."
Er beschreibt zermürbende Hörsitzungen — „sehr ermüdende, erschöpfende Bänder", sodass er nach einer zweistündigen Sitzung zwei Nächte nicht schlief — die er aber als „ein Erlebnis, das man durchleben muss, faszinierend" bezeichnet. Tomatis arbeitete damals namentlich mit Der kleine Prinz von Saint-Exupéry und mit der Musik Mozarts.
Seine Bilanz ist nuanciert und genau: Aus Zeitmangel absolvierte er nur acht bis zehn Tage Arbeit statt der empfohlenen drei Wochen. „Das Ergebnis ist, dass ich die Fragen viel besser verstehe als meine eigenen Antworten — also komme ich damit zurecht." Und er stellt klar, dass es nie darum ging, seinen Akzent zu tilgen: „Ich spiele einen Franzosen, ich muss die Streifen des Zebras nicht ändern."
Anmerkung der Redaktion: Dieses Zeugnis wird zu dokumentarischen Zwecken wiedergegeben, als zugeordnetes und datiertes Archivstück. Seine Veröffentlichung stellt keine Bestätigung der beschriebenen Ergebnisse dar, im Einklang mit der redaktionellen Linie der Website, die die Methode weder verteidigt noch bewirbt.